Wo bleibt das Positive, Frau Bö? Hier ein Beispiel.

2013-06-05 19.18.45Gelegentlich neigen der Kölner oder die Kölnerin zu nörgelnder Unzufriedenheit. Die Stadt ist dreckig und verbaut. Die Verwaltung ist zu langsam. Politische Beschlüsse werden, wenn es opportun erscheint, einfach wieder in Frage gestellt. Moratorien und Baustopps werden gefordert und, und, und … Am Ende heißt es: „Typisch Köln eben!“

Dabei wird gerne übersehen, wenn etwas gut läuft oder gut gelungen ist. Ein Beispiel für eine Maßnahme, auf die Köln mit Recht zufrieden oder einem gewissen Stolz blicken kann, ist für mich die Skate Plaza Kap686 im Rheinauhafen an der Südbrücke. Wir erinnern uns: Lange Zeit bevölkerten Skater die Domplatte und waren Anlass für vielerlei Konflikte – wie so oft, wenn sich Personengruppen mit unterschiedlichen Interessen einen Raum teilen. Aber so einfach verdrängen wollte man die Skater auch nicht, gehört Skateboarding doch zur urbanen Freizeitkultur vieler Jugendlicher. Also machte man sich an die Arbeit. Die Skater schlossen sich im Dom Skateboarding e. V. zusammen. Gemeinsam mit Verwaltung und Politik wurde ein alternativer Ort gesucht. In intensiver Zusammenarbeit planten Verwaltung und Skater mit einem Architekturbüro eine moderne Streetskatinganlage mit Rheinblick, die auch die Anerkennung von Brettartisten aus dem Ausland auf sich zog. Noch gerne erinnere ich mich an die Einweihung, die ich mit Oberbürgermeister Jürgen Roters und Sportdezernentin Agnes Klein vornehmen durfte.
2013-07-14 18.14.22Und heute, zwei Jahre später?: In den letzten Wochen kam ich bei schönem Wetter öfters an der Skate Plaza Kap686 vorbei. Und immer das gleiche Bild: Eine große Gruppe junger und älterer Skater, Anfänger und Fortgeschrittene, die sich die Anlage friedlich teilen. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme. Ohne Ärger und Stress. Auch für Nichtskater ist der Kap686 eine beliebte Anlaufstelle. Und die Domplatte? Die Skater haben sich von ihr zurückgezogen. Passanten können ohne die Sorge den Roncalliplatz queren, dass ihnen ein Board gegen den Knöchel rast. Für mich ein gutes Beispiel für einen guten partizipativen Prozess, der dazu geführt hat, dass sich die Nutzer mit der neuen Anlage identifizieren und diese gut annehmen. Voraussetzungen dafür waren, dass sich die Skater in einem Verein organisierten und so ihre Interessen „mit einer Stimme“ zu artikulieren vermochten. Sie waren bereit, sich von der Domplatte zu verabschieden und konstruktiv auf einen neuen Ort einzulassen – in einem Verfahren mit verbindlichen Absprachen und Regeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

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