Neues Angebot der Bahnhofsmission: „Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission“

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Grußwort von Regina Börschel zur Eröffnung der Ausstellung „Frauen dieser Welt“ von Erika Evers

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Besucherinnen und Besucher,

herzlich möchte auch ich Sie hier auf Gleis 1 des Kölner Hauptbahnhofs in der Bahnhofsmission begrüßen.

Anlass ist, dass wir heute mit Ihnen ein neues Projekt der Bahnhofsmission beginnen möchten: „Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission“.

Worum geht es bei diesem Angebot? „Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission Köln“ möchte künftig Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Genre (ob bekannt oder weniger bekannt) die Möglichkeit geben, ihre Kunst im Herzen der Stadt – direkt neben dem Dom – auszustellen. Der Kunstraum bietet Fotografinnen und Fotografen, Malerinnen und Malern, Schriftstellerinnen und Schriftsteller einen Ort, ihre Werke zu präsentieren. Während des laufenden Betriebes der Bahnhofsmission Köln können künftig Kunst- und Kulturinteressierte täglich von 7-19 Uhr die laufende Ausstellung besuchen und sich gleichzeitig über die Arbeit der Bahnhofsmission Köln informieren.

BM2014Aug-0470So sind wir hier zum Startschuss von „Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission“ mir der heutigen Vernissage zur Ausstellung „Frauen dieser Welt“ von Erika Evers – ihres Zeichens nicht nur weitgereiste Frau von Welt und ambitionierte Fotografin, sondern auch Ehrenamtliche dieser Bahnhofsmission.

Ich freue mich sehr, mit „Frauen dieser Welt“ das neue Kulturangebot der Bahnhofsmission zu beginnen, schlagen sie doch einen Bogen zu den Anfängen der Bahnhofsmission. Denn auch die Kölner Bahnhofsmission wurde vor rund 115 Jahren von Frauen gegründet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen es im Rahmen der Industrialisierung viele Mädchen und Frauen aus den ländlichen Gebieten in die Stadt, um in den Großstädten Arbeitsmöglichkeiten zu finden. Doch waren die zumeist unerfahrenen Mädchen und Frauen der Gefahren von Ausbeutung am Arbeitsplatz, von unseriösen Angeboten und auch des Mädchenhandels und der Prostitution ausgesetzt. So entstanden die Bahnhofsmissionen.

DSC02095Zumeist gutsituierte Frauen aus bürgerlichen Verhältnissen engagierten sich am Hauptbahnhof, um diesen Mädchen und Frauen zu helfen. Und sie wollten da helfen, wo die Hilfe am nötigsten war: Bei der Ankunft, wo die Isolation und Ratlosigkeit besonders groß waren – wo besonders viele „falsche Helfer“ warteten. Sie vermittelten die Frauen und Mädchen in preiswerte Unterkünfte und in seriöse Arbeitsstellen.

Vor diesem Hintergrund begann vor mehr als 110 Jahren die Arbeit von IN VIA. Jeanne Trimborn gründete am 7. November 1898 in Köln IN VIA (oder wie er damals hieß: den „Katholischen Mädchenschutzverein“) mit dem Ziel, Orientierung sowie Unterstützung bei Arbeitssuche, Ausbildung und selbständiger Existenzsicherung zu leisten. Die Bahnhofsmission in Köln entstand 1899.

DSC02108So knüpft die Ausstellung „Frauen der Welt“ einerseits an die Anfänge der Bahnhofsmission an. „Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission“ sind aber zugleich ein Beispiel dafür, wie sich die Bahnhofsmission über die Zeit kontinuierlich entwickelt.

Mit diesem neuen Angebot soll einerseits eine ansprechende, einladende Atmosphäre geschaffen werden. Es soll aber auch neugierig machen. Deutlich machen: Die Bahnhofsmission steht allen offen. Sie ist mehr als ein soziales Angebot. Sie ist auch ein Kulturort mitten in der Stadt – direkt im Hauptbahnhof im Schatten des Doms.

Entsprechend kann ich Sie nur einladen, hier immer wieder einmal vorbei- und reinzuschauen. Bringen sie Leute mit! Wenn Sie Interesse an der Arbeit der Bahnhofsmission haben, fragen Sie einfach. Wenn Sie dann noch Interesse und Zeit für die Mitarbeit in der Bahnhofsmission haben: Nur zu! 58 Ehrenamtliche können nicht irren! Frau Rindle und Frau Nordhoff und alle Ehrenamtliche sind sicher gleich gerne bereit, ihre Fragen zu beantworten.

In diesem Sinne danke ich Ihnen Frau Evers, dass Sie mit ihrer Ausstellung die „Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission“ eröffnen. Ich danke herzlich allen, die zur Entwicklung und Umsetzung dieses neuen Angebots beigetragen haben und beitragen. Und ich danke allen Mitarbeiterinnen und Miterbeitern – seien sie ehrenamtlich oder hauptamtlich – für ihren Einsatz in der Bahnhofsmission. Sie machen die Bahnhofsmission lebendig. Sie alle sind oft ein erstes Gesicht unserer Stadt.

In diesem Sinne wünschen ich Ihnen allen viel Freude mit dem neuen Angebot – und dem Team der Bahnhofsmission viel Erfolg!

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