Lösung für die Bahnbögen im Eigelsteinviertel in Sicht?

So könnten die Schritte aussehen

War es vielleicht ein kleiner, aber feiner Workshop im Rahmen des CityLeaks-Festivals, der den Durchbruch oder zumindest den entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Bahnbögen brachte?

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Wie jeder weiß, bin ich ja schon lange an der Entwicklung der Bahnbögen im Eigelsteinviertel dran. Seit mindestens 2001, wie mir Anne Luise Müller, die Leiterin des Kölner Stadtplanungsamtes, glaubhaft versicherte. Solange ist es her, als die Pächterin der Bahnbögen, die Bahnbögen GmbH, mit bunten Skizzen ihre Pläne für das Eigelsteinviertel präsentierte: Ein Touristenmagnet wie Les Halles in Paris oder mindestens so hip wie die Bahnbögen in Berlin sollten sie werden. Oder ein Stück kölsche Portobello Road. Rikschas sollten Gäste ins Viertel bringen. An der Eintrachtstraße/Ecke Salzmagazin sollte ein kleiner, aber feiner Quartiersplatz entstehen.

Passiert ist seitdem nichts. Im Gegenteil: Das Erscheinungsbild der Bahnbögen desolat. Mal versperrt eine unansehnliche Bretterwerbewand den Blick auf die Bahnbögen (so am Übergang von der Marzellenstraße zum Eigelstein), mal werden die Bahnbögen als wilde Müllkippe genutzt (so am Gereonswall).

Deshalb forderten wir bereits im Januar 2013, dass in einer Bahnbögenkonferenz Eigelstein alle Verantwortlichen (die Deutsche Bahn, der Bahnbögen Köln GmbH, die maßgeblichen Ämter der Stadtverwaltung und die Abfallwirtschaftsbetriebe) an einen Tisch kommen sollten, um die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Bahnbögen zu vereinbaren und auf den Weg zu bringen. Doch als im Frühjahr 2016 endlich die Bahnbögenkonferenz zusammenkam, blieb sie ergebnislos. Auch ein für Ende 2016 terminierter Workshop wieder abgesagt, weil die entsprechenden Planungsvorarbeiten vom Pächter nicht erbracht worden sind.

Soweit die Vorgeschichte. Heute fand nun im Rahmen des CityLeaks-Festivals ein kleiner Workshop statt, an dem unter Leitung von Jan Draxler (Wiener Gebietsbetreuung Stadterneuerung Wien) die Stadtplanungsamtschefin Anne Luise Müller, Bahnbögenpächter Lutz Figge, Sabine Voggenreiter (Design Quartier Ehrenfeld) und ich teilgenommen haben und in dem es um temporäre Nutzungen der Bahnbögen und die Möglichkeiten einer Bürgerbeteiligung gehen sollte.

Das Besondere an diesem Workshop: Nach intensiven Gesprächen konnten zumindest die Verfahrensschritte für die Entwicklung der Bahnbögen vereinbart werden. Die Bahnbögen GmbH sagt dabei zu, bis spätestens Ende des Jahres ein Nutzungskonzept für die gesamten Bahnbögen im Viertel vorlegen zu wollen, welches sie in engem Austausch mit dem Bürgerverein Eigelstein entwickeln möchte. Nutzungskonzept heißt dabei: Festzulegen, welche Nutzungen in den über vierzig Bahnbögen vorgesehen sind. Also: In welchen Bahnbögen soll z.B eine kulturelle, gastronomische oder gewerbliche Nutzung erfolgen – und welche Bahnbögen können möglicherweise als Stellplätze dienen etc. … Dieses Gesamtnutzungdkonzept ist notwendig, weil es als Grundlage für den erforderlichen Bebauungsplan dienen wird.

Noch bevor aber das eigentliche Bauleitverfahren auf den Weg gebracht wird, wird unter Federführung der Stadt eine Bürgerbeteiligung erfolgen, in dem die Bürger*innen, die Geschäftsleute und Kreativen des Eigelsteinviertels die Möglichkeit haben sollen, direkt Rückmeldung auf das Nutzungskonzept der Bahnbögen zu geben. Ein solcher Workshop mit den Bürger*innen (wie auch immer er genau aussehen wird) könnte noch im Frühjahr 2018 erfolgen. Dann kann es mit dem eigentlichen Bauleitverfahren losgehen.

Wichtig aber auch: Mit dem Nutzungskonzept und den Rückmeldungen der Eigelsteiner*innen ist auch die Möglichkeit von Zwischenlösungen gegeben. Voraussetzung ist aber, dass klar ist, ich welche Richtung die Reise gehen soll. Dafür ist das Nutzungskonzept da.

D.h.: 1. Gesamtnutzungskonzept – 2. Workshop mit den Bürger*innen – 3. Bauleitverfahren

Damit ist eigentlich das Verfahren klar. Jetzt liegt es an dem Pächter der Bahnbögen, wie zugesagt bis Ende des Jahres der Stadtverwaltung das Nutzungskonzept vorzulegen.

Dem Team von CityLeaks danke ich für diesen Workshop – besonders Margrit Miebach, die alle Ergebnisse festhalten und den historischen Moment für die Nachwelt erhalte wird.

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