Ebertplatz ist kein Party-Hotspot – SPD fordert Platzkonzept unter Corona-Bedingungen

Hallo Frau Reker, ist das tatsächlich Ihr ernst, den Ebertplatz zum Party-Hotspot machen zu wollen? Auf die Frage, wo Feiernde sich aufhalten sollten, wenn andere Plätze und Straßen gesperrt würden, meinen Sie tatsächlich der Ebertplatz sei, „ganz wunderbar“ (s. Kölnische Rundschau vom 04.07.2020)?

Offensichtlich waren Sie schon lange nicht mehr auf dem Ebertplatz. Denn die Situation dort ist mitnichten nur wunderbar, sondern fragil. Noch immer ist er ein Drogenumschlagplatz. Um das zu beobachten, müssen Sie einfach nur einmal die Treppe vom Ebertplatz zum Eigelstein hinaufgehen. Und jetzt wollen Sie dort die Feiernden hinschicken? Das ist nicht nur gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern im Agnes- und Eigelsteinviertel, sondern auch gegenüber Polizei und Ordnungsamt unverantwortlich, die dann auf dem unübersichtlichen Platz für Ordnung sorgen müssen. Auch wenn die Sofortmaßnahmen (by the way: von denen von einer besseren Beleuchtung über Urban Gardening bis zur Gastronomie viele aus meiner Feder stammen) dazu beigetragen haben, dass der Platz der Bevölkerung ein Stück zurückgegeben werden konnte, sind die Probleme noch lange nicht gelöst. Deshalb braucht es eine schnelle und nachhaltige Umgestaltung des Ebertplatzes.

Und noch etwas ist bedenklich: Die Sperrung einzelner Plätze löst keine Probleme, sondern verdrängt sie nur. Erst wurde der Brüsseler Platz gesperrt. Folglich wichen seine Gäste bis zum Stadtgarten aus. Jetzt sollen sie zum Ebertplatz geschickt werden. Hier braucht es ein Konzept, wie man größere Ansammlungen regulieren und mit einer guten Ansprache dafür sensibilisieren kann, sich unter Corona-Bedingungen vernünftig zu verhalten. Denn Menschen wollen nach Zeiten des Lockdowns draußen sein und werden draußen sein. Damit müssen wir umgehen.

Gerade die Besucher*innen der Schaafenstraße werden mit Sicherheit nicht auf den Ebertplatz ausweichen. Für sie sind die dortigen Bars und Kneipen Treffpunkte der Community – ja auch Orte, an denen sie sich sicher und einfach wohl fühlen. Dies habe ich zumindest aus Gesprächen mit Gastronomen dort gelernt.

Ja, in Corona-Zeiten braucht es Vernunft, Augenmaß und einen Plan, wie wir Menschenansammlungen in den Straßen im Rahmen halten können. Einzelne Plätze einfach zu sperren und dicht zu machen, hilft aber nicht.

Presseberichte:

Kölner Stadt-Anzeiger vom 06.07.2020

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